Buechel, Simak
Es wäre viel zu kurz, den jungen Autor auf Afrika zu beschränken, obwohl er mit seinen Projekten über „Oropois“ bei vielen Schülern bekannt geworden ist und obwohl er diverse Reisen nach (Ost-) Afrika unternahm und als Workcamp- Leiter internationale Jugendbegegnungen organisiert. Es wäre auch zu kurz, ihn nur als Autor zu bezeichnen, denn seine Lesungen vor Grundschulkindern der dritten / vierten Klasse sind dem Vernehmen nach ausgesprochen lebendig und entsprechen eher einem Mitmach-Theater als einer Lesung. Simak Büchel wurde 1977 in Bonn geboren. Ein Studium mit einer ausgesprochen ungewöhnlichen Fächerkombination (Germanistik, Philosophie und Biologie) in Bonn, Oldenburg und Bremen lässt auf einen (noch) ungewöhnlicheren Ansatz schließen: Suche nach Synthesemöglichkeiten von Geistes- und Naturwissenschaften, „also einem Ort, an dem diese großen Welterklärungssysteme verschmelzen“ können.Das geschieht nicht nur in seinen Schriften für Kinder und Jugendliche, er ist auch wissenschaftlich tätig. Sein Themenfeld ist die Grenze des Subjekts, die Darstellung des Fremden und des Eigenen u.a. in Romanen des deutschen Kolonialismus – ein Thema seiner Magisterarbeit, die er als Promotionsarbeit ausweiten möchte. Sein Schreiben ist bisher stark geprägt durch seine Reisen nach Ostafrika, wo er seit 1998 als Workcamp- leiter arbeitet und internationale Jugendbegegnungen organisiert:
· 1998 Ahero in Kenia
· 2000 Anyiko in Kenia
· 2002 Timau in Kenia
· 2004 Eldoret in Kenia
Daraus erwachsen ist sein Kultur- und Literaturprojekt „Oropois Land“, das er bisher in Grundschulen, Stadtbibliotheken, Bildungseinrichtungen und Museen im gesamten Bundesgebiet vorstellte, u.a. auch im Haus der Geschichte und im Forschungsmuseum Alexander Koenig (je in Bonn). Insgesamt fanden bislang über 100 Projekte von „Oropois Land“ statt.
Er sagt: „Ziel dieses Projektes ist es neben einer direkten Leseförderung, Schulkindern das Fremdsein näher zu bringen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen zu vermitteln, um ein Verstehen des anderen zu fördern. Afrikabilder werden auf ihre Klischees hin untersucht, hinterfragt und differenziert.“ Die Deutsche Welle berichtete über „Oropois Land“ im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus.
Von 2001 bis 2003 organisierte Büchel als Literaturbeauftragter des Kunstvereins für den Rhein-Sieg-Kreis die Lesereihe „Grundwasser“. Für sein literarisches Arbeiten wurden ihm 2002, 2003 und 2004 Arbeitsstipendien in der Denkmalschmiede Höfgen zuerkannt. Im September 2004 wurde Simak Büchel als Referent auf die Tagung „Die internationale Woche gegen Rassismus – Berichte und Planungen“ vom Interkulturellen Rat in Deutschland nach Weimar eingeladen. Die Tagung fand in Kooperation mit dem Bundesinnenministerium statt und bot die Möglichkeit, „Oropois Land“ einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Zuletzt wurde sein Kinderbuch „Oropoi“ zu Moderationszwecken in der Fernsehreihe „Felix und die wilden Tiere“ (BR, WDR, ARD) vorgestellt und vom WDR als Hörspiel bearbeitet (Märchenmarathon 2005).
Nach Beendigung seines Studiums arbeitete Büchel im Forschungsinstitut für diskrete Mathematik (Arithmeum) und lebte in einem Kloster, bis dieses den Plänen einer Immobiliengesellschaft weichen musste.
Zurzeit wartet er mit seiner Frau auf die Geburt ihres ersten Kindes. Sie leben in der Nähe von Bonn. Dort entsteht auch gerade sein neues Kinderbuch mit afrikanischer Thematik, welches voraussichtlich Ende 2006 / Anfang 2007 im Geest-Verlag erscheinen wird.
Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien sind im Geest-Verlag, Vechta (http://geest-verlag.de) von ihm folgende Titel erschienen:
· Balance, Erzählung, 2001
· Oropoi oder Wie die Paviane zu ihren roten Hintern kamen, Kinderbuch, 2001 und
200510 (siehe auch: Datenbank unter http://www.ajum.de )
· Eloe & Ellenai, Roman, 2003
· Oropoi, TB, überarbeitet und mit neuen Farbillustrationen des Autors versehen, 2004 und 20052
· Meister Perlboot, Kinder- / Jugend- / Erwachsenenbuch, 2005 (eine Rezension für das JJ ist in Vorbereitung, Stand 20050513)
Simak Büchel steht für Lesungen zur Verfügung; www.simakbuechel.de.


