Deutschkron, Inge
"Es gab einst in diesem Lamd Menschen, die wollten nicht einmal, dass ich zwanzig werde. Und nun bin ich siebzig! Das ist ein verdammt gutes Gefühl!" (I.D. im Vorspann des Films)
Inge Deutschkron wurde 1922 in Finsterwalde geboren. 1927 zog ihre Familie nach Berlin. Der jüdische Vater, Lehrer von Beruf, wurde 1933 aus dem Schuldienst entlassen und floh 1939 nach Großbritannien. Inge und ihre Mutter Ella gelang die Flucht nicht. 1941 bis 1943 arbeitete sie in der Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin-Mitte und wurde dort vor der Deportation bewahrt. Seit Januar 1943 lebten sie illegal in Berlin und sie versteckte sich mit ihrer Mutter bei nichtjüdischen Freunden.
1946 zog sie mit der Mutter nach London, studierte Fremdsprachen, wurde Sekretärin bei der sozialistischen Internationalen. 1954 reiste sie zunächst nach Indien, Burma, Nepal und Indonesien, kehrte 1955 nach Deutschland zurück, arbeitete in Bonn als freie Journalistin. 1958 wurde sie Korrespondentin für die israelische Tageszeitung Maariw. 1963 nahm sie als Beobachterin für Maariw am Frankfurter Auschwitz-Prozess teil. 1966 erhielt sie die israelische Staatsbürgerschaft.
Aus Verärgerung über wieder aufflammenden Antisemitismus in der deutschen Politik und die anti-israelische Haltung der 68er-Bewegung zog sie 1972 nach Tel Aviv. Sie arbeitete dort bis 1988 als Redakteurin der Zeitung Maariw, widmete sich der internationalen und der Nahost-Politik.
Für das Theaterstück "Ab heute heißt Du Sara", eine Bühnenadaption ihrer Autobiographie "Ich trug den gelben Stern", das am Berliner GRIPS-Theater inszeniert wurde, kehrte sie im Dezember 1988 nach Berlin zurück. Seit 1992 lebt sie als freie Schriftstellerin in Tel Aviv und Berlin. Sie setzt sich dafür ein, dass die Stillen Helden, Menschen, die Juden gerettet haben, vom deutschen Staat gewürdigt werden. Auf ihre Initiative wurde der Förderverein "Blindes Vertrauen" gegründet, dessen Vorsitzende sie ist.Quelle: Wikipedia
Inge Deutschkron wurde 2008 mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für ihre Bücher und für ihr politisches Engagement ausgezeichnet. In der Jurybegründung hieß es: "Ihr Lebenswerk steht im Zeichen des fortdauernden Engagements für Demokratie und Menschenrechte und gegen alle Formen des Rassismus."
Der Preis wird seit 1984 zweijährlich von der Stadt Oldenburg verliehen.
Noch 20012 begleiete sie Schülergruppen in die ehemalige Blindenwerkstatt von Otto Weidt, das auf ihre Initiative hin in ein Museum umgestaltet wurde.


