Vahle, Fredrik

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Friedrich-Eckart, gen. Fredrik, Vahle ist am 24. Juni 2012 70 Jahre alt geworden. Hannelore Verloh schreibt ihm einen sehr persönlichen Glückwunsch:

 

Während mir noch der Ohrwurm von den Beatles „When I´m 64“ im Sinn liegt, lese ich, dass Paul McCartney kürzlich 70 wurde, gestern war es Hannes Wader und nun bist du auch schon so alt.

Lieber Fritz,

wir gratulieren dir ganz herzlich zu diesem Ehrentag und wünschen dir alles Gute!


Nicht erst mit deiner neuesten CD „Singen das geht so“ wird man daran erinnert, dass dieses Thema wie ein roter Faden durch dein Wirken geht und bei vielen Veranstaltungen und Workshops zum Tragen kam.
Unsere ersten Begegnungen liegen schon sehr lange zurück.
Als Wiss. Mitarbeiter an der Alten Abteilung der Germanist. Fakultät der Uni Gießen gabst du Seminare zur Entstehung der Sprache, als moderner Troubadour warst du z. B. mit Ulrich Freise und Elster Silberflug unterwegs und spieltest und sangst Volkslieder, du und deine Gitarre waren gefragt bei nächtlichen Feten im Steinbruch von Lollar und bei zahllosen Kinderfesten in vielen Orten.
In den 80er Jahren haben meine eigenen Kinder, Nichten und Neffen und Schüler deine Lieder und Texte kennen und schätzen gelernt.
Hast du dir zunächst als linker Kinderliedermacher, Friedensmaler und Internationalist einen Namen gemacht und bist mit vielen Musikern, Sängerinnen und Kindergruppen aufgetreten und auf Schallplatten und Musikkassetten verewigt, so hast du neben Musik und Liedtexten zunehmend auch andere Texte produziert: Lyrik und Erzählungen für Kinder. Eine wahre Fundgrube für dich und damit später für uns waren deine Reisen ins Ausland. Ob in Indien, Griechenland, Nicaragua, Cuba, … stets kamst du mit neuen Instrumenten, Rhythmen, Liedern und Erkenntnissen zurück. Du hast Land und Leute und ihre Kultur, speziell Dichtung studiert und multikulturelle Dimensionen ins Kinderlied eingebracht. Zahlreiche Übersetzungen haben uns z.B. Leo Lionni und Gabriel Garcia Marques näher gebracht.
Seit meiner Arbeit als Lehrerin hat sich dein Liederschaffen ständig ausgedehnt: Hits wie Paule Puhmanns Paddelboot, Dracula-Rock, Anne Kaffeekanne … fehlen bei keinem Grundschulfest, manche Lieder gehören zum pädagogischen Repertoire: Das Lied von der Rübe oder Die Märchenlieder. Die Bewegungs- und Mitmachlieder für kleine Kinder haben nach der PISA-Diskussion und der Entdeckung der Notwendigkeit, mit der kulturellen Förderung schon im zarten frühkindlichen Alter zu beginnen, eine wahre Renaissance erlebt. Sicherlich aufgrund der ständigen wissenschaftlichen Arbeit ist dieser Bereich immer stärker in den Vordergrund gerückt.
Die Neuerscheinungen dieses Jahres Singen das geht so und das Geburtstagsbuch des Beltz-Verlages Ich und du und der Drache Fu bestätigen dies, zugleich zeigen sie deutlich, dass der Verlag und der ehemalige Verleger Hans-Joachim Gelberg die Frage Wo kommen denn die Worte her? noch nicht fertig beantwortet hat, obwohl du dich auch mehrfach in dem Buch eingebracht hast.
Für unsere Vorleser sind deine Texte nicht nur ein persönlicher Genuss, sondern stets auch Motivator für die Arbeit mit Kindern. Bei Bibliotheksführungen lese ich gern aus Fischbrötchen beim Frisör oder jahreszeitlich bedingt den Weihnachtsgrüße(n) vor.
Lustige und nachdenkliche Texte und Sprachkunstwerke hast du nun auch in deinem neuesten Band Ich und du und der Drache Fu zusammengestellt und allein 29 neue Texte dafür erarbeitet. Wir danken dir dafür, freuen uns auf deine nächsten Auftritte und Workshops und hoffen auf viele weitere Impulse von dir.
Wir wünschen dir weiterhin viel Schaffenskraft und uns allen noch viele Lieder und Texte von dir!

Hanne Verloh, stellvertr. Vors. der AJuM der GEW und Päd. Leitung des Zentrums für Literatur an der Phantast. Bibliothek

(c) für das Foto von Fredrik Vahle "modular Michael Wendler"